From The Series Displayed © Norman Sandler

Group Exhibition

An exhibition within the framework of “SÜDWESTPASSAGE KULTOUR – dem Atelierrundgang in Friedenau”

»traces, thumbs & noise«

Stefanos Pavlakis, Norman Sandler, Sabine Wild

Opening: Saturday, October 8, 2016, 15h
Exhibition:

Saturday, October 8, 2016, 15-21h
Sunday, October 9, 2016, 13-19h
Sunday, October 16, 2016, 15-18h
Admission free

Description

(there is no english description available)

Die fotografischen Arbeiten in der Ausstellung “traces, thumbs & noise” reflektieren Möglichkeiten einer metafotografischen Praxis, die eine Nutzer-zentrierte digitale Kultur in den Focus nehmen. Stefanos Pavlakis, Norman Sandler und Sabine Wild präsentieren fotografische Arbeiten, in der die Zwischenschaltung eines digitalen Bildschirms oder Displays eine Distanzierung zu traditionellen ästhetischen Ansätzen und Werten herkömmlicher Fotografie aufweisen. Die Arbeiten sind dabei keineswegs ein Manifesto gegen letztere, sondern eine spielerische Auseinandersetzung mit medialem Usus und Habitus in einer hyperdigitalisierten Welt. Bild-Untersuchungen, Aneignungstaktiken in und durch das Internet und den Bildschirm, Gebrauchs-, Entstellungs- und Herkunftsspuren auf Trägern oder Bildern sind dabei Spuren in Arbeiten, die den Fokus auf Prozesse der Bildentstehung legen.

Stefanos Pavlakis: “autoerotica”

“autoerotica” ist ein Exzerpt aus Stefanos Pavlakis fortlaufender Serie von “Deríves”, einer Folge von Streifzügen durch, Suchen in und Untersuchungen der Internetplattform “Instagram”, die Pavlakis als Selbstdarstellungs- Paradies der Neuzeit betrachtet. Für “Autoerotica” hat der Künstler Instagram-Einträge kuratiert, in denen Nutzer sich selbst vor dem Spiegel fotografieren, meist mit Hilfe eines Smartphones. Die Auswahl von Einzelbildern bearbeitet Pavlakis, so dass in ihren neuen Gruppierungen Typologien der Selbstdarstellung zwischen Tarnung und Entblößung zu beobachten sind. Wie und was bzw. wieviel von sich selbst stellen die User auf Instagram Selfies zur Schau? Welche Rolle spielen dabei Herkunft, Gender, Alter, Identifizierung mit einer sozialen Schicht? Gleichermaßen interessieren dabei Pavlakis Fragen, die das Archiv als ordnende Struktur seiner Bestände betreffen. Wie eignen sich Nutzer das Archiv zu ihren eignen Zwecken an? Welches sind die technischen, sozialen, kulturellen, juristischen Grenzen dieses globalen Bild-Archivs? Was bleibt außerhalb seiner Repräsentationssphäre?

Norman Sandler: “displayed”

Die Arbeiten “displayed“ (001 bis 003) von Norman Sandler beschäftigen sich mit den Gebrauchsspuren auf der Benutzeroberfläche von Smartphones. Sie zeigen die physischen Überschreibungen aus fettigen Schlieren, Staub und Fingerabdrücken, die als taktiler Index alltäglicher Kommunikation zum Gegenstand der Bilder werden. Was als gestische Komposition im Vokabular des abstrakten Expressionismus Ausdruck findet, sind die absichtslos entstandenen materiellen Entsprechungen einer über das Display gesteuerten virtuellen Bewegung. Es sind ephemere Momentaufnahmen, die das Display, im konkreten wie übertragenen Sinn als Berührungspunkt zwischen virtueller und physischer Welt zeigen. Dabei ist die Art der Übersetzung als fotografisches Display unter Acrylglas ein wesentlicher Teil der Arbeit, der Thema und Ausgangspunkt reflektiert.

Sabine Wild: “Vietnam”

Sabine Wild fotografierte die von ihr in Vietnam ursprünglich hochauflösend aufgenommenen Fotografien mehrfach mit dem Handy immer wieder vom Monitor ab. Zunächst basierte diese Methode auf dem Wunsch, eine intensivere Beziehung zu den Bildern aufzunehmen zu können, sich ihrer anzueignen und ihrer habhaft zu werden, um die Distanz zu dem Erlebten vor Ort zu verringern. Als wolle sie sich in das Bild hinein zoomen, wählt sie Bildausschnitte und Details aus, stellt Varianten nebeneinander und vergleicht sie. Dieses Verfahren verringert zwangsweise die Qualität der Fotografien, denn je stärker herein gezoomt wird, desto verpixelter wird der Ausschnitt, Farbverschiebungen, Moirees und Unschärfen sind die Folge. Diese „fehlerbehafteten“ Fotografien gewinnen durch dieses Vorgehen etwas Eigenes und damit sehr Subjektives – sie wirken wie eine verfälschte Erinnerung, ein verschobener Blick, ein Traum. Sie verlieren mehr und mehr ihren dokumentarischen Charakter und verweisen auf ihre Reproduzierbarkeit und die bewusste Abweichung vom Original.

Event Details

From the series displayed © Norman Sandler
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Eschenstraße 4, 12161 Berlin, Germany

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