Hannah Herzberg, Für Marie, 2014, Fine Art Print, 60 X 40 Cm, Edition 10 + 2 AP © Hannah Herzberg

Group Exhibition

Photo Art Volume I

Katharina Ira Allenberg, Hannah Herzberg, Helena Petersen, José Romussi, Julian Slagman

Opening: Friday, January 22, 2016, 18-21h (Facebook Event)
Exhibition: January 23 & 24, 2016, 11-18h
Curated by Lala Moebius

Description

With Photo Art Volume I, Lala Moebius presents five young Berlin-based artists who work in various ways with means of photography – from analog instant photography techniques and contemporary still lifes to newly developed photographic processes and object-like collages. On display are 19 new works from the past two years, which have partly been created specifically for Photo Art Volume I.

Further details are only available in german:

Mit Photo Art Volume I präsentiert Lala Moebius fünf junge in Berlin lebende Künstler, die auf vielfältige Weise mit Mitteln der Fotografie arbeiten – von analoger Sofortbildtechnik über zeitgenössische Stillleben bis hin zu neu entwickelten fotografischen Verfahren und objekthaften Collagen.

Bei ihrer Erfindung vor 175 Jahren wurde die Fotografie – wörtlich das „Schreiben mit Licht“ – als rein technisches Medium verstanden. Spätestens in den 1970er Jahren hat sie sich als Kunstform etabliert und ist seitdem aus den großen Museen und dem Kunstbetrieb nicht mehr wegzudenken. Mit der Einführung der digitalen Fotografie in den frühen 1990er Jahren sind die Möglichkeiten enorm gewachsen. Heute schießt jedermann unbegrenzt Fotos und teilt diese weltweit. So prägen fotografische Bilder das tägliche und das kulturelle Leben. Die Fotografie entwickelt sich weiter. Es geht nicht mehr nur um die grundlegende Entscheidung zwischen digital oder analog. Zeitgenössische Künstler entdecken neue Variationen und Möglichkeiten und verschieben die Grenzen des Mediums.

Die fünf Positionen sind Grenzgänger, die eines eint: Sie begreifen Fotografie als persönliches Ausdrucksmittel der Kunst. Gezeigt werden insgesamt 19 neue Werke aus den vergangenen zwei Jahren, die die Künstler teils eigens für Photo Art Volume I geschaffen haben.

Katharina Ira Allenberg (1989, Berlin) hat ein eigenes Verfahren entwickelt, mit dem sie Träume, Gedanken und Erinnerungen visualisiert. Ihre schwarz-weißen Fine Art Prints durchzieht eine mystische, fantastische Stimmung. Weiß-gesprenkelte Ränder rahmen die Szenen ein, die oft ins Abstrakte verwischen und wie doppelt belichtet scheinen. Die Künstlerin arbeitet mit Sofortbildfilmen, die durch Polaroid bekannt geworden sind. Bei dieser Technik werden nach der Belichtung Positiv und Negativ voneinander getrennt. Das Negativ, eigentlich ein Abfallprodukt, scannt die Künstlerin unmittelbar nach der Aufnahme ein. Sie rettet dadurch das Motiv, das andernfalls durch den Lichteinfluss in kurzer Zeit verschwindet. In der Kombination von analoger und digitaler Technik entstehen Fotografien, die aus der Zeit entrückt eine eigene Bildwelt erschaffen.

Hannah Herzberg (1985, Berlin) sucht das Besondere im Gewöhnlichen, das sie mit der Kamera festhält. Ihre Bilder entstehen häufig aus dem Augenblick heraus – wie Gedankenblitze in einem Tagebuch. Sie halten Momente ihres persönlichen Umfelds und ihrer Umwelt poetisch und humorvoll fest. Hannah Herzberg arbeitet analog, ihre Bilder spielen gleichsam impressionistisch mit feinen Farbnuancen, Licht und Unschärfe und ungewöhnlichen Blickwinkeln. So kann eine angebissene Wassermelone, die sich unscharf vor einem blauen Sommerhimmel abhebt, das Zentrum bilden und gleichzeitig in den Hintergrund rücken. Ein gefundener Moment, nicht inszeniert, sondern so, wie er ständig passieren und leicht übersehen werden könnte.

Auch bei Helena Petersen (1987, München) geht es um das Festhalten eines Moments mit den Basismitteln der Fotografie – Lichtquelle und lichtempfindliches Papier –, allerdings kameralos und anhand akribischer Vorbereitung. Die Werke entstehen auf dem Schießstand im Moment eines abgefeuerten Schusses. Die Explosion des Schießpulvers verursacht das Mündungsfeuer: die Lichtquelle. Licht, Wärme und Schießpulver penetrieren das naheliegende Fotopapier. Nach der Entwicklung erscheinen abstrakte, farbgewaltige Formen, direktbelichtete Unikate. Die „Pyrographien“ visualisieren die ungeheure Kraft und Energie, die dem Moment des Schusses innewohnen. Aus dem planvollen und gewaltigen Akt wird ein Werk, unplanbar und einzigartig.

José Romussi (1979, Santiago de Chile) arbeitet mit bestehenden Fotografien, die ihrerseits bereits Aussagen treffen. Mit Hilfe von farbintensiver Stickerei fügt er ihnen eine räumliche Dimension hinzu. Menschen werden maskiert, Architektur wird verhüllt. Es entsteht eine Ebene des Verborgenen. Die vormals zweidimensionalen, reproduzierbaren Bilder werden zu objekthaften Unikaten, denen José Romussi eine eigene Persönlichkeit entlockt. Kontraste prägen seine Werke. Der weiche bunte Wollfaden durchbricht das glatte, monochrome Foto, geometrische Formen erheben sich über organischen. Seine Bearbeitung der existierenden Fotografien ist damit ein Eingriff, der die Norm mittels Nadel und Faden in Frage stellt.

Julian Slagman (1993, Hamburg) findet seine Motive vor allem in Großstädten und dort, wo sich Menschen aufhalten und Spuren ihres Zusammenlebens hinterlassen. Dabei interessiert ihn besonders die Beziehung von Mensch und Natur in urbanen Räumen. Seine Aufnahmen entstehen spontan und unmittelbar. Sie wirken gleichzeitig kompositorisch ausgewogen, der Lichteinsatz scheint malerisch. Julian Slagman erschafft in seinen Arbeiten, die häufig als dokumentarische Serien angelegt sind, immer neue essayistische Umschreibungen alltagsrelevanter Erscheinungen. In der hier gezeigten Arbeit setzt er sich mit seiner genetisch bedingten Grünblindheit auseinander. Der Werktitel „7 mal 10 hoch 6“ spielt an auf die Gesamtzahl der für den Menschen wahrnehmbaren Farbtöne.

Text: Leonie Pfennig

Die Ausstellungsreihe Photo Art setzt sich mit dem Medium der Fotografie als Ausdrucksmittel in der zeitgenössischen Kunst auseinander. Photo Art wird kuratiert von Lala Moebius.

Event Details

Hannah Herzberg, Für Marie, 2014, Fine Art Print, 60 x 40 cm, Edition 10 + 2 AP © Hannah Herzberg
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Torstraße 161, 10119 Berlin, Germany

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