Solo Exhibition

»First and Last – Anfang und Ende«

Hildegard Ochse

Curated by Benjamin Ochse

(there is no english version available)

America first …, so ähnlich hieß es schon einmal 1947, als die USA unter Präsident Truman von einer Paranoia getroffen wurden und das intellektuelle und kulturelle Leben dadurch fast zum Erliegen kam. Zahlreiche Fotografen und andere Künstler verließen die USA auf der Suche nach künstlerischer und ideologischer Freiheit, andere zogen sich zurück und begnügten sich fortan mit belanglosen Fotografien oder hängten ihren Beruf an den Nagel. Paul Stand (1890-1976) ging 1949 nach Frankreich, Dorothea Lange (1895-1965) fotografierte Haus und Familie, Bereniece Abbott (1898-1991) wandte sich der wissenschaftlichen Fotografie zu andere hörten ganz auf.

Hildegard Ochse durfte 1952 als eine der Ersten in Deutschland mithilfe eines Begabtenstipendiums für ein Jahr in die USA reisen. Im Sommer schiffte sie sich auf dem schnellsten Ozeanliner der Welt, der SS United States, von Le Havre in Frankreich in Richtung New York ein. Mit auf der Reise hatte sie eine neue Fotokamera, ein Geschenk ihres Vaters Peter Römer, die sie durch die USA begleiten sollte. In ihrer neuen Wahlheimatstadt Rochester im US-Bundesstaat New York lebte sie bei der Familie eines leitenden Chemikers der Eastman Kodak Company. Ihm hatte sie es vermutlich zu verdanken, das sie sehr schnell ihre eigenwillige und bemerkenswert subjektive Sichtweise in beachtenswerte Fotoaufnahmen umsetzen konnte. Sie setzte sich mit unterschiedlichen Bildthemen kompositorisch gekonnt auseinander. Aus einer kleinen Provinzstadt im Nachkriegsdeutschland kommend, sah sie viele Dinge in den USA anders als die meisten ihrer Zeitgenossen. In New York sah sie das erste Mal Wolkenkratzer, farbige Nachfahren einstiger Sklaven, bittere Armut, von Menschen überfüllte Strände auf Coney Island und in Rochester »the American way of life« sowie die Niagarafälle. So entstanden die nun präsentierten frühen Aufnahmen, sowie eine ihrer letzten Arbeiten »Normandie« von 1991.
Sie handelt vom Leben an der Küste, von Fischern, Felsen, Pferdezüchtern, Urlaubern, Bunkerresten aus dem Weltkrieg und Kühen in Nordfrankreich. Was diese Bilder ausmachen, sind ihre besondere Stimmungen, die unterschiedlichen Betrachtungsebenen und Metaphern, die Hildegard Ochses Fotos unverwechselbar machen. Dabei wird deutlich, wie intensiv und breit gefächert ihre Auseinandersetzung mit der Kunstgeschichte war. Obwohl dem Dokumentieren verpflichtet, hat sie nie allein die Oberflächen fotografiert, sondern immer auch das, was sich wesentlich hinter dem primär Sichtbaren verbirgt.

Die Ausstellung »First and Last – Anfang und Ende« wird kuratiert von Benjamin Ochse und würdigt in besonderer Weise ihre Arbeit zu ihrem 20. Todestag.
www.hildegard-ochse.de

Begleitende Veranstaltungen

Samstag, 1. Juli 2017, 15 Uhr: Biografische Lesung
Eintritt frei. Lesung in deutscher Sprache. Um Voranmeldung per E-Mail bis zum 26. Juli wird gebeten (photoplatz@gmail.com)

June 17 – July 17, extended until Aug 1, 2017
Opening Reception: Friday, June 16, 2017, 4 – 8 pm

Rönnestraße 4 (right entrance), 14057 Berlin
[Charlottenburg | Charlottenburg-Wilmersdorf]

Opening hours: Mon, Fri, Sat 12 noon – 3 pm, and by appointment (+49 176 21 96 93 50)

Admission free

Also recommended in…
Berlin

The PiB Guide

The PiB Guide Nº14 with recommendations for Sep/Oct will be out by early September! Pre-order your copy now and discover great photography exhibitions in Berlin on 64 pages! The guide is in English & German language.
ps: PiB offers free international shipping.

Order your copy

PiB’s weekly Newsletter

Sign up for PiB’s free Email-Newsletter and stay up-to-date in Berlin’s photography scene! Assembled with love once a week in English & German – read by an international audience of photographers, curators and journalists.

Sign up

Reach a dedicated audience…

…of art & photography enthusiasts in Berlin & beyond
by presenting your photography exhibition, event, or institution with PiB!
Submissions are welcome anytime.

#Tags for this article: